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Jahresrückblick 2007 / Teil 1: Casey Stoner, Valentino Rossi, Alex Barros

Dezember 26, 2007

Das Jahr 2007 neigt sich dem Ende zu, also ein guter Zeitpunkt für einen persönlichen Jahresrückblick auf die für mich spannenden Dinge der abgelaufenden Saison. Hier der erste Teil:

MotoGP I: Der Weltmeister Casey Stoner, der Nebendarsteller Valentino Rossi und andere

jahresrueckblick2007-1_stoner.jpgHätte ich am Anfang der Saison eine Wette abgeschlossen, ich hätte genau so daneben gelegen wie nahezu alle selbsternannten Experten und jeder sonst. Wenngleich Casey Stoner schon in der 250ccm Klasse einen herzerfrischenden Fahrstil und damit jede Menge Talent bewiesen hatte, so war er nun wirklich kein Titelfavorit – zumindest bis zum Beginn der Saison. Mit dem nun gewonnenen Weltmeistertitel sollte sein Beiname “Rolling Stoner” wohl der Vergangenheit angehören. Er hat eindrucksvoll bewiesen, dass er nicht nur schnell ist, sondern präzise wie ein schweizer Uhrwerk arbeiten kann. Fast keine Stürze (und schon gar nicht im Rennen, wenn es um Punkte geht), keine Nervosität im harten Zweikampf mit Valentino Rossi, keine Reaktion auf dessen Psychospiele, denen Max Biaggi und Sete Gibernau niemals etwas entgegen setzen konnten.

jahresrueckblick2007-1_stoner2.jpgHat Valentino Rossi also seinen Meister gefunden? In 2007 sah es stark danach aus. War der 2006er WM-Titel für Nicky Hayden ja oftmals hinter vorgehaltener Hand abgewertet worden, weil Nicky kein “würdiger” Weltmeister sei, so war 2007 alles anders. Hayden hatte wenige Rennen gewonnen und war niemals dominant, ganz im Gegenteil hätte er die Krone beinahe kurz vor Saisonende noch aus der Hand geben müssen. Casey Stoner hingegen schien die Konkurrenz (in erster Linie Dani Pedrosa und Valentino Rossi) fast nach Belieben zu dominieren. Fahrer und Maschine zeigten sich bei jedem Rennen schnell und zuverlässig – so wird man Weltmeister und kann sicher sein, dass einem der Triumph von allen gegönnt wird. Letzteres kann ich auf jeden Fall 100%ig unterschreiben: Casey Stoner ist ein verdienter Weltmeister, schnell wie nichts anderes und dennoch ein bescheiden und nett.

Was mir etwas fehlte war die Spannung wie am Ende der 2006er Saison, aber das kann ja 2008 ganz anders aussehen. Auf jeden Fall hat sich Rossi eine Menge vorgenommen und ein paar andere (u.a. Dani Pedrosa) werden ähnliche Gedanken hegen.

MotoGP II: Renteneintritt Alex Barros

Leider verlässt mit Alex Barros der wohl erfahrenste Pilot die MotoGP. Der Brasilianer blickt zurück auf eine der längsten Karrieren, die der auf höchstem Niveau betriebene Motorsport verzeichnen kann. Bereits 1986 (!) startete Barros in der WM, damals auf einer 80ccm-Maschine. Nach kurzer Zeit folgte der Wechsel in die 500ccm-Klasse, dem Vorläufer der heutigen MotoGP. Anfang der 90er Jahre fuhr Barros dann mit Kevin Schwantz im Team und ging zum Ende des Jahrzehnts zu Honda, wo er von 1999 bis 2005 blieb (unterbrochen von einem Jahr auf Yamaha). 2006 folgte ein kurzer Abstecher in die Superbike-WM, gefolgt von der Rückkehr in die MotoGP beim Ducati Satelliten-Team D’Antin.

jahresrueckblick2007-1_barros.jpg

Ein solches “MotoGP-Urgestein” verdient ohnehin aufgrund seiner Leistungen Respekt – darüber hinaus fand ich immer sehr sympathisch, dass Barros nicht zu den Fahrern gehört, die jedes nicht ganz perfekte Abschneiden auf das Team oder das Motorrad schieben. Er redet nicht so viel, sondern macht/fährt einfach – und das ist ja der Job, für den Jungs bezahlt werden.

Ich wünsche ihm viel Glück & Gesundheit (wobei, was soll schon jemandem passieren, der nach 20 Jahren Motorrad-WM ohne körperliche Gebrechen ausscheidet?):

Dear Alex Barros: Thanks for many thrilling races, thanks for staying with the MotoGP for so long and thanks for always being a great sportsman!

Hier klicken, um die Fortsetzung aufzurufen.

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Alex Barros, Barros, Casey Stoner, MotoGP, Rossi, Stoner, Valentino Rossi
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Ducati Desmosedici RR nach Titelgewinn von Casey Stoner ausverkauft

Dezember 23, 2007

ducati_ausverkauft.JPG

Vermutlich wird es mit dem neuen Weltmeister Casey Stoner zusammenhängen: Die auf 1.500 Fahrzeuge limitierte Auflage der Ducati MotoGP Replika ist komplett vergriffen.

Ich hatte neulich noch Gerüchte hierzu gelesen, man wolle in Bologna die Limitierung bei ausreichender Nachfrage ausser Kraft setzen. Nun sieht es aber wohl so aus, als träte dies nicht ein und als sei die Chance auf eines der exklusiven Motorräder vorbei.

Wie eingangs bemerkt: Nach dem überraschenden Erfolg von Casey Stoner in der gerade hinter uns liegenden Saison verwundert der Verkaufserfolg der Demosedici RR nicht – trotz des exorbitanten Preises (ich habe etwas von um die 60.000 in Erinnerung, kann mich aber täuschen).

Die Maschinen sollen ab Januar 2008 an die glücklichen Kunden ausgeliefert werden, die zum Teil seit der Präsentation im Juni 2006 auf die Bikes warten mussten. Wer zu spät gekommen ist oder schlichtweg nicht den Preis zahlen konnte/wollte, kann hier einige recht hoch aufgelöste Bilder des Traumbikes aufrufen.

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Desmosedici, Ducati, MotoGP
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Neues MotoGP Reglement veröffentlicht

Dezember 23, 2007

Die FIM hat ihr neues Reglement für die MotoGP veröffentlicht – mit einer Menge an Änderungen für das kommende Jahr. Dabei sind natürlich viele Kleinigkeiten, aber auch ein paar weitreichendere Anpassungen. Die wichtigsten Änderungen sind Einschränkungen bei den Tests von Reifen und bei der Bauform von Zylindern.

Bei den Reifen sollen die neuen Regelungen vor allem dazu führen, die enorm hohen Entwicklungskosten der Reifenhersteller Michelin, Bridgestone und Dunlop zu reduzieren. Das neue Regelwerk ist hierbei vor allem eine Präzisierung der im Oktober veröffentlichten Regeln, die den Herstellern bis zu 4 vollen Testtagen auf MotoGP Bikes erlauben.

Im Volltext lautet die Regel nun so:

“Tyre company testing

a) Tyre manufacturers that supply tyres to the MotoGP class may, prior to the first event of each year, designate and inform the Race Direction of one Grand Prix circuit as their testing circuit at which they may practice during the season and during the breaks with MotoGP class machines during a maximum of 4 days or part thereof, but not with riders designated by teams and not prior to the event that takes place at that circuit.

b) If requested by any tyre manufacturer supplying tyres to the MotoGP class then a 2 day test must be organised, but not with riders designated by teams, at least four weeks before any event scheduled for a Grand Prix circuit that was not in the Championship of the previous year or that, in the opinion of the Grand Prix Commission, has been substantially resurfaced since the previous event at that circuit.”

Interessant hieran ist, dass die FIM hier explizit die MotoGP Maschinen nennt – dies könnte ein Schlupfloch für intensive Tests mit anderen Maschinen (Superbike?) darstellen. Ob dies von der FIM beabsichtigt war? Aber selbst wenn Tests auf diese Weise stattfinden können, ist die Frage, ob die Testergebnisse auf MotoGP Bikes übertragbar sein werden. Dies sollten wir in der kommenden Saison beobachten können.

Bei den Motoren gibt es eine Präzisierung über die Definition eines Ovalkolbens – nun ist die maximal erlaubte Abweichung von einer kreisrunden Bauform genau festgelegt. Das ändert aber an den Bikes nichts, da Ovalkolben (wie seinerzeit bei den RC30 und auch bei der NSR500 von Honda verbaut) ohnehin schon nicht mehr regelkonform waren.

Eine weitere Klärung erfolgte bei der Bauform des Rahmenhecks bzw. der Sitzbank. Dies war auch notwendig, da es in diesem Jahr hierzu ja schon eine kleine Diskussion um die Ducati GP7 gegeben hatte. Die Regeln klären nun genauer, dass sich die angegebenen Abmessungen nur auf den Abstand von Sitzbank zum Höcker beziehen und Aufbauten wie TV-Kameras nicht mitzuzählen sind. Ducati hatte ja zur Vermeidung von Diskussionen bereits die Sitzbank der GP7 etwas tiefer gesetzt.

Die letzte weitreichendere Änderung betrifft das Verhalten bei einem eventuellen Boxenstopp. Nach der Einfahrt in die Box darf diese Maschine nicht mehr in diesem Rennen zum Einsatz kommen. Fährt also ein Fahrer in die Boxengasse, will das Rennen aber später fortsetzen, so muss er ggf. notwendige Reparaturen oder Einstellungen “draussen”, also in der Boxengasse durchführen lassen.

Das neue Regelwerk kann hier im Originaltext als PDF abgerufen werden.

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2008, FIM, MotoGP, Regeln, Reglement
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Weihnachts E-Cards / X-MAS eCards

Dezember 22, 2007

Etwas ausserhalb der “eigentlichen” Themen dieses Blogs, aber die E-cards von Hobnox.com sind ganz grossartig:

 

hobnox-ecard.jpg

Hier klicken, um eine eigene E-Card zu versenden.

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Valentino Rossi kritisiert Fahrhilfen wie z.B. Traktionskontrolle in der MotoGP

Dezember 14, 2007

Valentino Rossi stellt für sich fest, dass es den Fahrern in der MotoGP durch den wachsenden Einfluss von elektronischen Fahrhilfen zu leicht gemacht wird. Nachdem MotoGP Neulinge wie Jorge Lorenzo and Andrea Dovizioso bei den ersten MotoGP Tests beindruckt haben, findet “The Doctor”, dass der Einfluss von Traktionskontrollen u.ä. nun zu hoch sei.

“Casey (Stoner) hat einen fantastischen Job gemacht und ist ein großartiger Fahrer. Aber er ist der erste der Traktionkontrollen-Generation“, sagte Rossi dem Magazin Motor Cycle News. “Die Art wie er mit der Traktionskontrolle umgeht ist unglaublich. Fahrer der alten Generation wie ich, Marco Melandri und Loris Capirossi haben damit mehr Probleme.”

Rossi ergänzt: “Fahrer wie Lorenzo und Dovizioso sind schnell – aber das ist für mich nicht überraschend, weil die besten Aufsteiger aus der 250er Klasse immer auch in der MotoGP schnell sind. Das war bei mir so und auch bei Loris (Capirossi), Max (Biaggi) und Casey (Stoner). Wenn aber die 250er Jungs schon im zweiten Test so schnell sind wie wir, dann ist etwas falsch mit dem Sport weil die Elektronik zu viel hilft. Aber das ist der neue Weg für unseren Sport und das müssen wir akzeptieren. Ich sehe das nicht als richtig an, aber so ist es nunmal.”

Valentino Rossi glaubt, dass die Situation zur Zeit seines Aufstieges in die 500ccm Klasse im Jahre 2000 viel schwerer war. “Es ist zwar richtig, dass ich auch bereits zu Anfang recht schnell war in der MotoGP, aber es ist dennoch eine komplett andere Situation. Der Unterschied ist: Um auf einer 500er richtig schnell zu sein, muss man Risiken eingehen und oftmals schwere Stürze hinnehmen. Jetzt sieht es so aus, als ob niemand mehr crasht und es viel leichter ist, das Limit zu finden“.

Ich für meinen Teil sehe das ja anders: Klar, die Rennen sind spannender, wenn die Fahrer regelmäßig stürzen und oftmals quer im Drift aus der Kurve kommen – aber es kann nicht sein, dass die körperliche Unversehrheit als Preis für mehr Spannung geopfert wird. In einer Sache stimme ich aber zu: Zu den Zeiten des unglaublichen Cowboys Kevin Schwantz waren die Rennen schon krasser…

Und der Herr Rossi soll im nächsten Jahr einfach fahren wie früher und auf Ausreden wie Reifen und Traktionskontrolle verzichten ;-)

Quelle: http://www.autosport.com/news/report.php/id/64372

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Fahrhilfen, MotoGP, Rossi, Traktionskontrolle, Valentino Rossi
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MotoGP Pilot Valentino Rossi zum Karriereende

Dezember 12, 2007

rossi.jpg

In einem Interview mit dem italienischen Magazin “Motosprint” (gefunden auf autosport.com) nahm der siebenfache Weltmeister und FIAT Yamaha MotoGP Werksfahrer Valentino Rossi Stellung zu seinen aktuellen Karriereplanungen.

Eigentlich gehört das Fazit einer Newsmeldung ja nicht in den zweiten, sondern eher in den letzten Absatz, das will ich hier aber mal anders handhaben: Valentino Rossi plant aktuell, mindestens weitere 5 Jahre in der MotoGP Klasse zu fahren und führt damit Spekulationen über ein baldiges Karriereende ad absurdum.

The Doctor wird weiter wie folgt zitiert: “Es ist 100%ig sicher, dass ich auch 2009 racen werde – es sei denn, ich gewinne jedes Rennen des kommenden Jahres :-) – ich habe nie über das Aufhören nachgedacht, ansonsten hätte ich das sicher 2006 schon gemacht und hätte mich in Richtung Formel 1 orientiert.”

Rossi führt weiter aus, dass er dies ja schließlich nicht getan habe und dass er nun “nicht nur für ein oder zwei Jahre” sondern, so hofft der Doktor, “zumindest weitere fünf Jahre” in der MotoGP bleiben wird.

Der Italiener hat noch eine einjährige Vertragslaufzeit mit Yamaha und hofft, nach der für ihn enttäuschenden (und für Casey Stoner und Ducati sicher erfreulichen) 2007er Saison in 2008 wieder zu alter Form zurückkehren zu können. In der abgelaufenden Saison konnte Rossi nur 4 Rennen für sich entscheiden, während das Konto von Weltmeister Casey Stoner 10 Siege aufweist.

Rossi, der die MotoGP für 5 Jahre fast nach Belieben dominierte, räumte ein, dass es hart war, Stoner als schnellsten Fahrer auf dem Racetrack sehen zu müssen. “Ganz sicher war das keine meiner besten Saisons” fügte er hinzu. “Es war ein hartes Jahr, anders als das vorherige, in dem ich oftmals Schnellster war aber aufgrund von Fehlern und Peck verlor. Dieses Jahr war Stoner einfach immer schneller als wir – bis auf ein paar Ausnahmen.”

“Es war hart. Casey war schnell und hat keine Fehler gemacht – und das war eine Überraschung. Dass er schnell ist, wussten wir vorher schon. Er hat den Titel absolut verdient und wir werden versuchen, ihn 2008 herauszufordern.”

Gerade das zuletzt gesagte freut mich: Ein angriffslustiger Rossi, der nicht mehr aus der Favoritenrolle in die WM geht und motiviert ist, den Fans eine packende Saison zu zeigen. Schade, noch 3 Monate Winterlangeweile zu überbrücken ;-)

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MotoGP, Rossi, Stoner, Valentino Rossi, Yamaha
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